Kleiner Kirchenführer St. Peter und Paul Grünwald

Alte Pfarrkirche/Kriegergedächtniskapelle

Kriegergedächtniskapelle nach der Umgestaltung
Kriegergedächtniskapelle
nach der Umgestaltung
Als 1938 endlich der Bau der neuen Pfarrkirche St. Peter und Paul zustande kam und die neue Kirche 1939 benediziert wurde, hat man die alte, angeblich aus dem 13. Jahrhundert stammende und unter Denkmalschutz stehende Kirche während des Zweiten Weltkriegs zu einer Gefallenengedenkstätte umgewandelt. An den Wänden wurden Steinplatten mit den Namen der Gefallenen des Ersten und später auch des Zweiten Weltkriegs angebracht. An Stelle eines Altares wurde ein Soldatengrab mit Birkenkreuz und Stahlhelm aufgerichtet, das Maß Meßner senior besorgt in seine Obhut genommen hat.

Als die Renovierung längst fällig und kein Platz für noch nicht untergebrachte Namensplatten vorhanden war, nahm 1963 die politische Gemeinde Grünwald im Zusammenwirken mit der Kirche die Renovierung und Umgestaltung in die Hand. Der Bau wurde zunächst trockengelegt und die Gestaltung auf Empfehlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. dem dort tätigen Münchner Architekten Max Ramer übertragen.

Es wurde ein neuer Boden gelegt, zum Chor ein neuer Aufgang gebaut, die farbigen Fenster hat man durch farblose mit Wabenmuster ausgetauscht, die Bänke verkleinert. Die Namenstafeln wurden entfernt und das spätmittelalterliche Fresko der Apokalypse am Chorbogen freigelegt.

An der Stirnseite wurde von dem Münchner akademischen Maler Franz Grau ein Wandgemälde angebracht, das die Mahnung an die Endzeit und den wiederkommenden Herrn darstellt.

Franz Grau ist weithin bekannt in der Herstellung von Kriegsgräberstätten. Er ist Schöpfer vieler Ehrenstätten in Frankreich, Belgien, Italien, Afrika und Deutschland. Er ist übrigens der Schöpfer der Ehrenstätte bei Al Alamein in Nordafrika für 4200 gefallene deutsche Soldaten.

Unter diesem Fresko wurden von dem Würzburger Grafiker Leo Flach die Namen der Gefallenen beider Weltkriege in Sgraffito angebracht. Der Altar wurde neu gestaltet und ist freistehend. Geblieben sind die Figuren der h. Barbara und der hl. Katharina (um 1420 aus dem früheren Hochaltar) und das Altarkreuz mit gotischem Christus. Die über 100 Jahre alte Orgel war mit der Stilllegung der alten Pfarrkirche verstummt. Sie wurde 1997/98 durch den Grünwalder Orgelbaumeister Hubertus Graf von Kerssenbrock renoviert, so dass nur zu wünschen ist, dass die Kirche und Orgel in Zukunft wieder Lebendigkeit verbreiten.

„Zeichen und Zeugen des christlichen Glaubens in Grünwald“
Ein Beitrag zur Grünwalder Heimatkunde
Max Ernst und Heinz Greß, 1998

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